historische Landkarten Lübeck / Moisling
 

 

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Die Lage Moislings und der angrenzenden Orte ist in den folgenden fünf Nachzeichnungen von Karten aus den Jahren 1744, 1754, 1829, 1878 und 1936 dokumentier. Die Karten werden nebeneinander dargestellt und die Veränderungen werden kommentiert. Die Nachzeichnungen wurden mit dem CAD System Microgafix Designer realisiert und stehen als .dsf Datei zur Verfügung. Die Zeichnungen wurden farblich gestaltet, um die Gebäude und Flussläufe auf den Karten besonders hervorheben zu können.

 
Moisling um 800 im Grenzgebiet zu den Slaven      
Moisling

Karten von 1744 im Vergleich mit der von 1829

 

   

Vergleicht man die Karte von 1744 mit der Karte von 1829 stellt man ein starkes wachsen des Ortes fest. Auf der Karte von 1744 kann man 23 Gebäude zählen, auf der Karte von 1829 zählt man ca. 140 Gebäude.

Aus der Aufzeichnung gemäß „Topographie und Statistik von Lübeck“  sind folgende Zahlen bekannt: 1851: 7 Erb-, 2 Zeitpächter, 1 Hufner, 4 Halbhufner, 2 Anbauer,  ? Altenteiler, 1 Holländer, 1 Höker, 20 Tagelöhner. 1 Gutsaufseher, der zugleich Holzwärter ist. 1 im Jahre 1826 erbaute Synagoge, 1 Brauhaus, 1 Schulhaus, 136 Wohn-, 68 Wirtschaftsgebäude, 1 Windmühle,

Das Wachstum ist in den 85 Jahren auf die Lübecker Judenpolitik zurückzuführen. Die Zeichnungen auf dieser Seite sind proportional so angepasst, dass der Maßstab übereinstimmt. Mit dieser Darstellung ist es möglich, eine Zuordnung von Häusern auf der Karte von 1744 zu finden die auf der Karte von 1829 schon eindeutig Identifizierbar sind. Die Abstände zu den Hauptobjekten wie z.B. der Mühle und den Flussüberquerungen sind auf der Karte von 1744 schon sehr genau. Es gibt in der Zeichnung von 1744 jedoch eine starke Verzerrung, dies ist an den Flussläufen deutlich zu sehen. Die Punkte der Traveüberquerung und Stecknitzüberquerung stimmen überein. Der Kreisbogen zeigt, das der Abstand zur Mühle in beiden Zeichnungen gleich ist.  Die Bestimmung der Entfernung war schon sehr genau möglich, hingegen war die Bestimmung von Winkeln eine Gefühlssache des Planerstellers.

In dem Buch „Mühlen um Lübeck“  ist über die Moislinger Mühle folgendes zu lesen: Noch vor 35 Jahren stand auf dem Flurstück Auf dem Schild eine stolze Holländer Mühle. Heute befinden sich dort Hochhäuser. Die Mühle war Zeuge, als im 17. Jahrhundert der damalige Lübecker Bürgermeister unter dem Schutz zweier dänischer Kompanien seine Privatinteressen durchsetzte, in dem er das Vieh von der Moislinger Stadtweide forttreiben und den Grenzgraben zuschütten ließ. Über das Alter der Mühle und die Umstände ihrer Entstehung ließen sich bisher keine Unterlagen finden, die hierüber genaue Auskunft geben könnten. Das älteste Zeugnis das wir gegenwärtig haben, ist die Topographische Militärkarte aus den Jahren 1789 – 1796. Sie wurde seinerzeit von Offizieren des Schleswigschen Infratrie Regiments angefertigt. In dieser Karte sind alle Mühlen der damaligen Zeit verzeichnet, auch die Moislinger Windmühle. In einer älteren Karte, die von Major Schumacher 1754 erstellt wurde, ist die besagte Mühle nicht dargestellt. Anhand dieser beiden authentischen Karten dürfen wir annehmen, daß die Moislinger Windmühle frühestens in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut worden ist.

Diese Aussage in dem Buch sollte überarbeitet werden, da die Windmühle auf der Karte von 1744 schon entfernungsgenau eingezeichnet ist. Eine Auswertung der Karten hat ergeben, dass die Karte von 1754 bezüglich der eingezeichneten Gebäude nicht so aussagekräftig ist wie die Karte von 1744.  Die Karte von 1754 hatte mehr die Aufgabe Flächen darzustellen, die zu der damaligen Zeit strittig waren.                                    

 
Moisling

Karten von 1829 im Vergleich mit der von 1879 und 1936

 

 

   

Im folgenden stehen drei Karten im Vergleich. Die Karten von 1829, 1879 und eine Karte von 1936. Der Dorfteich und die Traveüberquerung wurden zur Massstabsanpassung herangezogen. Die roten Hilfslinien verbinden die Objekte über die drei Zeichnungen. Bei der Hilfslinie zur Stecknitzüberquerung gibt es eine Verschiebung.  Die Veränderung hat der Kanalbau und die damit verbundene Begradigung des Flusslaufes an der Stelle mit sich gebracht.

 

 
Travewinkel Karte von 1528

 

     
Lübeck Grenzen um 1600
Moisling / Genin  Karte von 1744      
Holstenfeld Karte von 1754      
Ausschnitte der Karte von 1790 Major Vahrendorf z.B. Düchelsdorf, Hansfelde, Hamberge, Niendorf, Moorgarten, Genin

 

   

Moisling 1790

Hansfelde 1790

Düchelsdorf 1790 Schmachthagen 1790

Hernburg 1790

Lübeck 1914

Moisling Karte von 1816  Nachgezeichnet in Anlehnung an die Zeichnung aus dem Buch "kleine deutsch-jüdische Geschichte in Lübeck" - Von den Anfängen bis zur Gegenwart - von Dr. phil. Peter Guttkuhn ISBN 3-7950-7005-8
Moisling  Karte von 1829 mit Synagoge      
1866 Urkunde Niendorfer Str. 32
Moisling  Meßtischblatt von 1879      
Lübeck Grenzen um 1914
Moisling Flurstücke um 1920      
Moisling Flurstücke um 1920

Ausschnitt Brandenmühle mit Hinweis auf Windmühle

   
Moisling Katasterblatt 1936